Umsatzrückgang auch bei Twitter

Auch Twitter hat im vergangenen Quartal rund um den turbulenten Übernahmeversuch durch Tech-Milliardär Elon Musk einen Umsatzrückgang und einen hohen Verlust verbucht. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um ein Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit gut 1,3 Milliarden Dollar gerechnet. Twitter begründete die Entwicklung mit einem schwächeren Online-Werbemarkt - und auch mit der Unsicherheit rund um Musks Übernahmepläne.

Unterm Strich beendete Twitter das zweite Quartal mit einem Verlust von 270 Millionen Dollar - nach schwarzen Zahlen von knapp 66 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Kosten rund um den Übernahmedeal addierten sich im vergangenen Quartal auf 33 Millionen Dollar. Auch Snapchat musste sinkende Werbeerlöse melden.

Diese Entwicklung fügt sich in den Abwärtstrend des deutschen Werbemarktes im Juni ein. Entgegen der Erwartungen, die die weltweiten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen weckten, treten Unternehmen weltweit bei ihren Werbeausgaben auf die Kostenbremse. Zum ersten Mal in diesem Jahr zeigen die Nielsen-Zahlen für Deutschland einen Abwärtstrend. Fast alle Kanäle verzeichnen einen Einbruch gegenüber den Vormonaten und im Vergleich mit dem Juni 2021. Mögliche Gründe sind die hohe Inflation und die schwache Konjunktur. Am stärksten sind die Bereiche Radio, Direct Mails und Print betroffen. Out-Of-Home-Werbung und TV hingegen bewegen sich relativ stabil und folgen in etwa der Entwicklung 2021.

Während das Wachstum der Werbeausgaben in der ersten Jahreshälfte auf eine Erholung gegenüber 2021 hindeutete, war der Juni mit Ausgaben von 2631,1 Millionen Euro der erste Monat, der einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 2832,1 Millionen Euro aufwies. Einen detaillierten Überblick gibt das W&V-Data-Dashboard zu den weltweiten Werbespendings.

Für Youtube soll das jedoch keine Konsequenzen bedeuten, Alphabet möchte auch künftig an YouTube als tragende Geschäftssäule festhalten. "Wir werden weiter investieren, um die Seite und ihre User sowie Creators zu langfristigem Wachstum zu führen", kündigt Porat an. YouTube sei noch immer eine der größten Videoportale der Welt. Künftig soll der Fokus besonders auf Kurzvideoformate gelegt werden. Hier hat die Google-Tochter allerdings mit TikTok und anderen Anbietern sehr harte Konkurrenz.


Autor: Lisa Plank

Lisa Plank hat an der Technischen Universität München Politikwissenschaften studiert. Ihr Volontariat hat sie während des Studiums als Stipendiatin des Institut für Journalistenausbildung der Passauer Neuen Presse absolviert. Weitere Stationen waren die Allgemeinen Zeitung Namibia und das ZDF Auslandsstudio in Paris. Jetzt arbeitet sie als freiberufliche Journalistin und Filmemacherin in München und Windhoek.