"Die Idee entstand im November letzten Jahres, nachdem wir erkannt haben, dass offene Music Libraries zwar super convenient, aber durch die Nicht-Exklusivität der dort angebotenen Musik auch ebenso beliebig und austauschbar sind. In einem Markt, der auf Massenverkauf und vielfacher Verwendung der gleichen Musik aufbaut, kann es oft auch sehr frustrierend sein, wenn man feststellt, dass der ausgesuchte Track in noch zig weiteren Filmen verwendet wurde", so Bleß. 

Maximilian Bleß (l.) und Paul Werner.

Maximilian Bleß (l.) und Paul Werner.

Auch an den mühsamen Rechteteil hat das Start-up gedacht. Deshalb gibt es nur eine einzige Lizenz für die "All-Media" Nutzung von sechs oder zwölf Monaten für bis zu drei Länder. Denn exklusive Musik wird ja hauptsächlich in großen Kampagnen benötigt, die dann meist sowieso in allen Kanälen stattfindet. Darüber hinaus ist diese Lizenz auch einheitlich vom Preis, um auf der anderen Seite den Producern einen Kalkulationsvorteil zu bieten, und dazu noch deutlich günstiger, als wenn über die üblichen Wege Musik komponiert wird und dafür Buyouts anfallen. 

Nicht zuletzt bekommen die Kund:innen wie oben erwähnt auch noch unbegrenzte Cutdowns der Stücke, um sie für Social-Media-Assets oder weiteren Content im Laufe der Kampagne zu nutzen. Nach eigenen Angaben gibt es ein vergleichbares Konzept bisher nicht auf dem Markt, dafür bereits über 80 Accounts von Werbeagenturen, Produktionsstudios, Filmproduktionen und Music Supervisors, welche gutes Feedback sowohl für das Konzept als auch für die angebotene Musik und das generelle Feeling beim Nutzen der Website gegeben haben. Nicolas Klein, Creative Director bei Philipp und Keuntje etwa sagt: "Ein sehr spannendes Konzept, das auch mit der Qualität der angebotenen Stücke überzeugt." Oder: "Das Konzept ist in der Tat super interessant für uns – denn die Kundenbudgets verändern sich, sodass man meist auf klassische Libraries zurückgreifen muss aber, natürlich dann Gefahr läuft, dass noch X andere den Song nutzen", so Yana Meier, Chief Production Officer bei MD - It's Us Media.

Rechtssicherheit durch Paketlizenzierung

Maximilian Bleß sagt: "Wir sind der Meinung, dass dieses komplett neue Konzept der beste und smarteste Weg ist, um exklusive Musik zu lizenzieren und aus unserer Sicht besteht das Potenzial hier eine große Verbesserung bei Workflow, Rechteklärung und Effektivität für die Werbewirtschaft zu erreichen."

Was das Repertoire angeht, so sind auf der Plattform aktuell etwa über 90 Komponist:innen, Artists und Bands vertreten, auch hochranginge wie Platin Produzent Sven Bünger, Grammy Gewinner James Hollihan, Songwriter Michael Shyn (ebenfalls Platin), Sami Hartikainen (Parookaville 2022) und sogar Andreas Fabricius, welcher unter anderem hinter Jan Böhmermanns "Pol1z1stens0hn" steckt.

Das Start-up kündigt außerdem an, das wachsende Musikangebot stetig zu erweitern, welches aber immer auch durch Lizenzierungen verjüngt wird und so nicht zu einem Ort für Massenware werden soll. Auch aus technischer Sicht plant man noch einiges, wie etwa ein KI-gesteuertes Filter-System, welches es noch einfacher machen soll, den perfekten Song für jedes Projekt zu finden.

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Copyright: privat
Autor: Marina Rößer

Marina Rößer hat in München Politische Wissenschaften studiert, bevor sie ihre berufliche Laufbahn in einem Start-up begann und 2019 zu W&V stieß. Derzeit schreibt sie freiberuflich von überall aus der Welt, am liebsten in Asien, und interessiert sich besonders für Themen wie Nachhaltigkeit und Diversity.