Seit 2015 fährt "Die Mannschaft" als Wortbildmarke durch die Welt.

Seit 2015 fährt "Die Mannschaft" als Wortbildmarke durch die Welt.

Demnach forderten 78,4 Prozent der 5300 Umfrageteilnehmer:innen mit Affinität zur Bundesliga die Abschaffung des Kunstnamens für das Eliteteam. Auf einer Schulnoten-Skala zwischen eins (sehr gut) und fünf (mangelhaft) bedeutete ein Wert von nur 3,94 das mieseste Ergebnis seit Beginn der regelmäßigen Umfrage im Jahr 2015.

Selbst DFB-intern wird diskutiert. Wird Bierhoff einlenken?

Bis vor wenigen Wochen verteidigte Bierhoff den ungeliebten Namen noch in aller Öffentlichkeit, obwohl sich laut "Bild" sogar DFB intern die Stimmen für einen namenstechnischen Neustart mehrten. Zu den prominentesten Kritiker:innen gehörte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der seit Anfang des Jahres auch 1. Vizepräsident des DFB ist. In einem Interview bezeichnete Watzke den Claim als "zu abgehoben" und hat sich für die Streichung ausgesprochen: "Wir müssen bodenständiger werden, uns auf die Basis besinnen."

Laut der SLC-Umfrage passt der Claim für gerade einmal noch 21,1 Prozent der Befragten zur Nationalmannschaft. Bei der Einführung 2015 waren es immerhin noch 55 Prozent. Bis dato gab es keine einheitliche Benennung der Nationalmannschaft, die mal "A-Auswahl", mal "Deutschland-Elf" oder "DFB-Auswahl" tituliert wurde. Lediglich der Bekanntheitsgrad erreichte in der diesjährigen Abfrage mit 91,6 Prozent einen Höchststand.

Zeit, den Namen ins Aus zu schießen

Für SLC-Geschäftsführer Alfons Madeja sprechen die Umfrageergebnisse jedenfalls eine deutliche Sprache. "Der Claim erzeugt keine Emotionen und keine Identifikation. Er geht an den Empfindungen der Menschen vorbei. Ein allgemeines öffentliches Gut braucht allgemeine öffentliche Zustimmung. Das hat dieser Claim nicht. Es gibt in dieser Frage nichts Belastbareres als ein öffentliches Urteil", meinte der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Sportmanagement an der Hochschule Heilbronn. Madeja schlussfolgerte wie W&V-Redakteur Hammer weiter, dass der Begriff als "gescheitert" anzusehen sei. Oder verschossen wie man in der Fußballwelt sagen würde.

Nun scheint selbst Oliver Bierhoff einzulenken: Er könne "damit leben", schreibt web.de: "Wenn gute Argumente dagegen sprechen, werden wir sie nicht ignorieren." Bisher wurde vermutet, dass sich spätestens im Herbst herausstellen wird, ob der Name endlich ausgewechselt wird. Da jedoch im Mai Brinkert Lück nach jahrelanger Zusammenarbeit das Lead-Mandat für den DFB übernommen hat und derzeit seine Spitze am Hamburger Standort um drei Expert:innen ausgebaut hat, die bereits mit dem Deutschen Fußballbund Erfahrung haben, könnte der Anpfiff für ein neues Konzept schon früher erfolgen.


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Autor: Marina Rößer

hat lange in einem Start-Up gearbeitet, selbst eines gegründet und schreibt für W&V derzeit als Digital Nomad von überall aus der Welt. Sie liebt alles Digitale, gestaltet, fotografiert und kocht aber auch gerne.