Zur schon länger in Aussicht gestellten Wende beim operativen Ergebnis hin zum Besseren dürften die Stellenstreichungen in diesem Jahr noch nicht viel beitragen, sagte Finanzchef Mucic. Die jährlichen Kosten sollen durch den Schritt um 350 Millionen Euro sinken. Vor allem ab 2024 komme das zum Tragen. Zum Jobabbau dürften auch Entlassungen gehören. Manchmal müsse man Entscheidungen treffen, die über das laufende Jahr hinausgehen, sagte Klein. Um sicherzustellen, dass SAP nicht in den für die Zukunft wichtigen Bereichen ins Hintertreffen gerät, habe das Management diese «schwierige Entscheidung» getroffen.

Der vom Unternehmen als "gezielte Restrukturierung" bezeichnete Jobabbau wird demnach keine Vorruhestandsregelungen umfassen, diese hätten objektiv für alle gelten müssen und auch allen Mitarbeitern angeboten werden müssen. Stattdessen will SAP da abbauen, wo man derzeit eher weniger Erfolg in den Kundengesprächen hat - im Bereich der Kundenmanagementsoftware (CRM) etwa, der stärker in die Branchenlösungen für unterschiedliche Wirtschaftszweige integriert werden soll. Klein sagte, dass Geld in den Kernbereich des Softwarekonzerns investiert werden soll - hier, bei der Software zur Unternehmenssteuerung (ERP), will er die Stellung von SAP noch ausbauen und den Marktanteil steigern, insbesondere in der Cloud.

Betriebsrat: Personalabbau "grundlegend falsch"

Vom Betriebsrat erntete Klein Kritik. "Bei einem trotz widrigster Umstände so guten Ergebnis einen Personalabbau durchzuführen, halte ich für grundlegend falsch", sagte der Vorsitzende des europäischen Betriebsrats, Andreas Hahn, dem "Handelsblatt". Positiv sei jedoch, dass SAP "nicht mit der Sense durch das Unternehmen schreitet, sondern Personalentscheidungen entlang des Portfolios ausrichte"".

Der 2018 von Klein-Vorgänger Bill McDermott für 8 Milliarden US-Dollar zugekaufte US-Marktforscher Qualtrics gehört offenbar nicht mehr zu den Überlegungen Kleins für die Zukunft der Walldorfer. SAP hält laut Mucic nominal noch 71 Prozent der Anteile, doch über die teuren Vereinbarungen für aktienbasierte Vergütungen in der Firma sind es verwässert durch neue Anteile nur noch 61 Prozent.

Im vergangenen Jahr machte SAP am Ende noch etwas verlorenen Boden gut im eigentlichen Geschäft. Der Jahresumsatz stieg auch dank der anziehenden Geschäfte mit Cloudsoftware zur Nutzung über das Netz um insgesamt elf Prozent auf 30,9 Milliarden Euro, ohne den schwachen Euro wäre der Erlös aber nur um fünf Prozent geklettert. Unter dem Strich sackte der Nettogewinn um gut zwei Drittel auf 1,71 Milliarden Euro ab, vor allem weil die Risiko-Beteiligungen an Start-ups nicht so viel Bewertungserträge beisteuerten wie im Jahr zuvor. (dpa)

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