Das "Zweite-Chance"-Modell hat Schwächen

Den Service gibt es bereits seit Mitte 2019. Mit H&M hat ein weiteres schwedisches Unternehmen kürzlich eine Second-Hand-Kategorie aufgemacht, allerdings erst einmal nur online und für Frauen- und Kinderbekleidung. Das "Zweite-Chance"-Modell von Ikea hat aber einige Schwächen. Denn so schön das ganze auch klingt, ein Blick auf die deutsche Informationsseite zum Service zeigt, mit wie vielen Einschränkungen dieser verbunden ist. Die Liste der Möbel, die Ikea nicht zurück kauft, ist länger als die der gewünschten. Außerdem müssen die Möbel komplett aufgebaut ins Möbelhaus gebracht werden. Bei sperrigen Stücken wie etwa Kommoden könnte das zu einem erheblichen Mehraufwand führen - nervlich, körperlich und finanziell, weil zum Beispiel extra ein Sprinter gemietet werden muss.

Wieviel Ikea für das jeweilige Möbelstück zahlt, ermittelt ein Online-Rechner. So gibt es für eine Kommode, die neu rund 79 Euro kostet, 35 Euro zurück, wenn ihr Zustand "wie neu" ist, und 21 Euro, wenn sie leichte Gebrauchsspuren hat. Auf Ebay-Kleinanzeigen könnte es dafür noch rund 50 Euro geben. Inklusive leichter Gebrauchsspuren und Abholung. Wenn man das noch ins Verhältnis setzt, mit dem lebenslangen Rückgaberecht, das Ikea 2014 versprach und nach zwei Jahren wieder gestrichen hat, wirkt das Modell nicht gerade großzügig.

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Copyright: privat
Autor: Marina Rößer

Marina Rößer hat in München Politische Wissenschaften studiert, bevor sie ihre berufliche Laufbahn in einem Start-up begann und 2019 zu W&V stieß. Derzeit schreibt sie freiberuflich von überall aus der Welt, am liebsten in Asien, und interessiert sich besonders für Themen wie Nachhaltigkeit und Diversity.